September 2013


| Ich war seit langem mal wieder im Kino (das letzte mal war im Dezember 2012 zu „Der Hobbit“). Es lief „Elysium“, ein SciFi-Film.  Die Grundhandlung ist kurz erzählt: Im Jahre 2154 leben die Reichen auf einer planetaren Raumstation namens „Elysium“, die die Erde umkreist, welche von den Armen bewohnt und von Umweltzerstörtung, Überbevölkerung, Krankheiten und Seuchen geplagt wird. Elysium wird durch ein Computersystem gelenkt, das zudem auch die Erde kontrolliert. Dieses System steht unter der Kontrolle des amtierenden Präsidenten, der von den Bürgern Elysiums gewählt wird. Im Laufe der Geschichte wird Max, ein einfacher Arbeiter auf der Erde, in einen Kampf zwischen elysianischen Politikern, einer kleinen Gruppe von Rebellen und einem auf Rache gesinnten Ex-Agenten gezogen. Ein bisschen Liebe und Herzschmerz ist auch im Film vorhanden, aber mehr möchte ich nicht verraten.

| Was mich besonders fasziniert hat, war neben den echt genialen Bildern und der an sich sehr gut durchdachten Story auch die Filmmusik. Schon wenn ich den Trailer schaue, bekomme ich Gänsehaut bei diesem ganz bestimmten Geräusch. Die Geschichte ist nicht, wie man vielleicht aus den Trailern entnehmen könnte, eine Aneinanderreihung von Gewalt- und Kampfszenen, sondern hat auch Sinn und Gehalt. Viele aktuelle Probleme finden sich in einer dystopischen Form wieder. Nahezu passend  zum aktuellen Bundestagswahlkampf ist der Film auch geprägt von politischen Machtkämpfen, die vor der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Natürlich sollte man auch nicht vergessen, dass der Film auch schauspielerisch einiges zu bieten hat: Jodie Foster und Matt Damon spielen sozusagen die zwei wichtigsten Protagonisten. Neill Blomkamp, der vor allem durch seinen Film District 9 bekannt wurde, führte Regie.

| Fazit: Ich würde diesen Film allen empfehlen, die gerne Actionfilme mit einer sinnvollen Hintergrundgeschichte schauen. Wer auf gute Schauspieler wie Jodie Foster wert legt, kann ihn sich ebenfalls zu Gemüte führen. Alles in allem ist es ein guter Film, den man sich auch noch ein zweites oder drittes Mal anschauen kann.

| In genau 21 Tagen, also heute in 3 Wochen, ist es wie alle vier Jahre wieder einmal so weit: alle volljährigen Bürgerinnen und Bürger Deutschlands sind aufgerufen, ihrem demokratischen Grundrecht auf Mitbestimmung nachzugehen. Nun kann man natürlich viel diskutieren, ob man wählen geht, wie viel sich durch die eigene Stimme ändert, etc. Da ich denke, dass dies eine persönliche Entscheidung ist und es in unserem Land keine Pflicht zur Stimmenabgabe gibt, ist es natürlich eines jeden Recht, nicht wählen zu gehen oder gerade deswegen wählen zu gehen.
Ich glaube, dass es jedoch eines jeden „moralische“ Verantwortung ist, sich zumindest Gedanken zu machen, möchte ich hier einen kleinen Beitrag leisten, um durch den Wirr-Warr der ganzen Parteien und ihrer Vorstellungen, Ziele und Wahlversprechen zu kommen.

| Ich beginne heute mit der SPD – der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Als ihr Vorläufer entstand 1863 der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein. Sie ist damit die älteste Partei Deutschlands und nennt sich seit 1891 so wie man sie heute kennt. War sie zu anfangs eine Partei, die sich der Revolution verschrieben hatte, änderte sie 1959 ihr Hauptziel sozusagen und verfolgte nun nicht mehr das Ziel einer proletarischen Revolution, sondern öffnete sich auch Intellektuellen und anderen Bürgern, die nicht Teil der Arbeiterklasse waren. So viel zur Geschichte.  Für mehr Infos zur Geschichte, klicke hier.

| Die SPD hat sich für die Bundestagswahl 2013 einige Ziele gesetzt. So setzt sich bspw. für einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 € die Stunde ein, der im ganzen Land gelten soll. Interessant ist hier, dass die SPD diesen Stndenlohn auch für 450Euro-Jobber, d.h. Neben und Minijobber, durchsetzen möchte. Um Arbeitern und Angestellten mehr Sicherheit zu geben, fordern sie, dass Arbeitsverträge nur noch mit guten Gründen zeitlich begrenzt gelten sollen. Wichtig ist der SPD auch, dass Frauen in zukunft für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn erhalten sollen.

| Sie verspricht weiterhin, dass unter einer SPD-geführten Regerung 20 Milliarden € für die Bildung investieren, in bessere Schulausstattung und mehr Lehrer. Es sollen mehr Ganztagsschulen geschaffen werden und ein Recht auf Ausbildung soll eingeführt werden. Die SPD setzt sich zu dem für eine stärkere Kooperation zwischen Bund und Ländern bei der Bildungspolitik ein.

| Im Bereich der Sozialpolitik will sich die SPD stark machen für eine Bürgerversicherung, in der alle Menschen sozial-, kranken- und rentenversichert sind. Eine Solidarrente soll eingeführt werden, sprich jeder soll Anspruch auf 850 € monatliche Rente haben, wenn er 40 Jahre versichert war und 30 Jahre Beiträge geleistet hat. Die SPD setzt sich auch für eine stärkere Kontrolle von Banken und höhere Steuern für Höchstverdiener ein.

| Was ich interessant an der SPD finde ist zum einen ihre schon sehr lange demokratische Tradition. Verfolgt unter Bismarck und später unter den Nazis, zwangsvereinigt mit der KPD in der DDR – die Partei hatte es scheinbar nicht leicht. Zudem hatte sie schon viele Regierungserfahrungen gesammelt und war schon oft an Bundesregierungen beteiligt. Willy Brandt und Helmut Schmidt zählen zu den bekanntesten Bundeskanzlern der bundesdeutschen Geschichte.

| Positiv ist zu vermerken, dass die SPD für die Erarbeitung ihres Wahlprogrammes (welche sie selbst schin Regierungsprogramm nennt) eine breite Masse an Menschen beteiligt hat – unabhängig davon, ob sie SPD-Wähler waren oder nicht. Das wird auch in ihrem Wahlwerbespot dargestellt. Gut ist auch, dass die SPD ihr kurzes Wahlprogramm in verschiedene Sprachen übersetzt hat, sodass auch Menschen mit nicht so guten Deutschkenntnissen lesen und sich eine Meinung bilden können.

| Mehr Infos zur Partei findet ihr auch in ihrem „Wahlprogramm in einfacher Sprache„.